Die Schwachstelle betrifft das XML-Modul von NGINX JavaScript (njs). Beim Verarbeiten signierter XML-Dokumente behandelt njs Attribute, die interne Entity-Referenzen enthalten, anders als die Kanonisierung durch die zugrunde liegende XML-Bibliothek. Dadurch kann der Zugriff auf ein ausdrücklich vorhandenes Attribut einen leeren Wert liefern, oder die Attributliste wird nur aus dem ersten Attribut-Kindknoten abgeleitet und damit abgeschnitten. Betroffen sind sowohl die eingebaute njs-Engine als auch die QuickJS-Variante. Für einen Angreifer ohne Zugangsdaten bedeutet das: Wer sich mit erheblichem Aufwand ein echtes, gültig signiertes Dokument beschafft, kann erreichen, dass sicherheitsrelevante Attribute als fehlend oder verkürzt erscheinen, während die Signaturprüfung weiterhin erfolgreich verläuft. In einer SAML-Anbindung über nginx lassen sich so Prüfungen auf Ablaufzeit, Ziel-Adresse und Zuordnung zur ursprünglichen Anfrage umgehen, sodass Antworten wiedereingespielt oder außerhalb ihres vorgesehenen Kontexts akzeptiert werden. Signaturen oder Identitäten lassen sich damit nicht fälschen; die Verfügbarkeit ist nicht betroffen, und die Steuerungsebene ist nicht exponiert.
CVE-2026-101019
8,3
HIGH
CVSS Basis-Score
Beschreibung