„Mobile Betrugsmaschen haben sich weit über einfache Robocalls und Phishing-SMS hinaus entwickelt und sind zu ausgefeilten Operationen geworden, die gefälschte Nummern, falsche Bankwarnungen und KI-Stimmklonung nutzen“, erklärt Google. Da Betrug immer schwerer zu erkennen sei, sei es „nahezu unmöglich, dass Nutzer jedes Warnsignal selbst bemerken“. Nach Angaben des Konzerns markiert die bestehende Betrugserkennung in der Telefon- und der Nachrichten-App bereits monatlich mehr als fünf Millionen verdächtige Anrufe und Textnachrichten; die neuen Maßnahmen sollen noch mehr Bedrohungen erfassen.

Im Zentrum steht Google Messages: Komplexe Konversationen werden künftig per cloudbasierter Analyse auf Basis von Gemini auf Betrugsmerkmale geprüft. Unterhaltungen mit unbekannten Absendern werden dabei in der verschlüsselten Umgebung Private AI Compute ausgewertet, um die Privatsphäre zu wahren. Ergänzend prüft das lokale Modell Gemini Nano direkt auf dem Gerät unbekannte Links anhand von Web-Signalen in Echtzeit; vor dem Öffnen von Links aus nicht gespeicherten Nummern erscheinen deutlichere Warnungen. Die cloudbasierten Schutzfunktionen sind standardmäßig deaktiviert und müssen von den Nutzern aktiviert werden.

Weitere Neuerungen betreffen andere Bereiche des Systems:

  • Die bislang auf Pixel-Geräten verfügbare lokale Betrugserkennung in Chat-Benachrichtigungen soll im weiteren Jahresverlauf über Android-Gerätepartner Hunderte Millionen zusätzlicher Nutzer erreichen.
  • Das bestehende Ausblenden sensibler Informationen wird auf Chrome und Android WebView ausgeweitet und verbirgt Login-Felder sowie Bezahlbildschirme während laufender Bildschirmfreigaben.
  • Android verhindert, dass Apps im Hintergrund unbemerkt eine Rufumleitung aktivieren, und warnt Nutzer, bevor manuell eingegebene MMI-Codes zur Rufumleitung wirksam werden.

Außerdem erweitert Google sein System für verifizierte Bankanrufe, das Anfang des Jahres eingeführt wurde, um weitere Finanzinstitute. Das System prüft, ob ein eingehender Anruf tatsächlich aus dem Callcenter einer Bank stammt oder ein Spoofing-Versuch vorliegt. Schlägt die Verifizierung fehl, wird der Anruf automatisch beendet. Seit Juni hat Google nach eigenen Angaben allein für Banco do Brasil und Itaú Unibanco über drei Millionen betrügerische Anrufe dieser Art blockiert. Auch Revolut und weitere internationale Finanzinstitute werden unterstützt.

Android-Nutzern empfiehlt Google, auf die aktuelle Version zu aktualisieren, Apps aktuell zu halten und die Identität von Anrufern oder Absendern unabhängig zu überprüfen, wenn diese zu kontobezogenen Handlungen auffordern oder sensible Informationen verlangen.