Alfozan war nach Angaben des DOJ seit Juli 2025 bei OpenAI beschäftigt und wurde am 9. Oktober festgenommen. Das Sicherheitspersonal von OpenAI entdeckte das Gerät demnach am 30. September in einem USB-Anschluss auf der Rückseite eines Fernsehers in einem Konferenzraum der Geschäftsleitung. OpenAI stellte fest, dass es in Toilettenpapier verborgen war, etwa am 28. September installiert wurde und verschlüsselte Daten enthielt.
In dem Raum fanden dem DOJ zufolge regelmäßig Besprechungen statt, in denen es um vertrauliche Informationen zu OpenAIs eigener Forschung, Produktplänen, technischen Fähigkeiten, Geschäftsbeziehungen und Kontakten zu Regierungsstellen ging. Aufnahmen von Überwachungskameras sollen Alfozan mehrfach in der Nähe des Konferenzraums zeigen, obwohl er nicht berechtigt war, an den dortigen Sitzungen teilzunehmen.
Laut der Anklageschrift nutzte Alfozan zudem ein Produktivitätswerkzeug, um nach Informationen über die Büros von OpenAI, Besprechungsräume, Aufenthaltsorte von Führungskräften und Terminpläne zu suchen. Ein Chatbot-Konto, das der Ehepartnerin beziehungsweise dem Ehepartner Alfozans zugeordnet wird, sei für Fragen zum Bau und zum Verstecken von Aufnahmegeräten verwendet worden. Dazu zählten Erkundigungen zum Aufbau eines Dauer-Audiorekorders, zur Veränderung der WLAN-Anbindung, zur Verbesserung des Live-Mithörens und zur Verschlüsselung einer SD-Karte. “Über dasselbe Chatbot-Konto wurden zwischen dem 27. und dem 28. September auch Eingaben übermittelt, die sich konkret auf Aufnahmegerät 1 bezogen, einschließlich seines individuellen Headers und seiner eindeutigen MAC-Adresse”, heißt es in der Darstellung des DOJ.
Am 5. Oktober soll Überwachungsmaterial Alfozan dabei gezeigt haben, wie er in den Konferenzraum zurückkehrte und hinter den Fernseher schaute, wo das Gerät angebracht worden war. Am selben Tag entdeckten Sicherheitsmitarbeiter von OpenAI der Anklageschrift zufolge ein zweites, ähnliches Aufnahmegerät in einer Tasche, die Alfozan unbeaufsichtigt in einem anderen Raum zurückgelassen hatte.
OpenAI erklärte in einer Mitteilung auf X, man habe zur Untersuchung des verdächtigen Geräts eigene KI-Modelle eingesetzt: “Wir haben unsere Modelle genutzt, um das Gerät und seine Herkunft zu verstehen, und dabei festgestellt, dass ein bestimmter Mitarbeiter es einige Tage zuvor platziert hatte.” Das Unternehmen kündigte dem Mitarbeiter und übergab den Vorfall dem FBI. “Derzeit haben wir keine Hinweise darauf, dass diese Person unbefugt auf Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten zugegriffen oder diese entwendet hat”, teilte OpenAI weiter mit.
Im Fall einer Verurteilung drohen Alfozan bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 US-Dollar.
