Docker Hub ist eine Online-Registry zum Speichern, Teilen und Beziehen von Container-Images, also von Vorlagen, die alles Nötige für den Betrieb einer Anwendung in einer isolierten Umgebung bündeln. Ein PAT dient dort als Geheimnis zur Authentifizierung von Werkzeugen und Arbeitsabläufen und erlaubt das Abrufen, Hochladen oder Löschen von Images.
Nach Angaben des Docker-Teams in einem Sicherheitsbulletin konnte ein Angreifer ein Konto samt PAT anlegen, dieses Konto anschließend in eine Organisation umwandeln und dabei ein Zielkonto als Eigentümer benennen. Docker Hub wies das Token daraufhin dem benannten Organisations-Eigentümer zu, ohne das Geheimnis zu ändern und ohne Zustimmung der betroffenen Person einzuholen. Damit ließ sich das Token nutzen, um sich als die Zielperson zu authentifizieren.
„Im Rahmen des Token-Geltungsbereichs agierte ein neu zugewiesenes PAT auf Registry-Ebene als der Zielnutzer, das heißt ein Angreifer konnte potenziell Images in den Repositories des Ziels und in Organisationen, auf die das Ziel Zugriff hatte, abrufen, hochladen und/oder löschen“, erklärte Docker. „Weil dazu auch das Veröffentlichen von Images unter einem legitimen Namen gehört, haben wir dies als Risiko für die Software-Lieferkette behandelt und als kritisch eingestuft.“ Der konkrete Handlungsspielraum hing vom Geltungsbereich des Tokens und den Berechtigungen des Ziels ab.
Docker schränkt ein, dass die Lücke keinen Web-Zugang zu Docker Hub eröffnete und es Angreifern nicht erlaubte, Passwörter, E-Mail-Adressen oder Einstellungen zur Zwei-Faktor-Authentifizierung zu ändern und so legitime Kontoinhaber auszusperren.
Eingeführt wurde das Problem am 26. August 2024, als die Konto-Umwandlung begann, das PAT des persönlichen Kontos dem neuen Eigentümer zuzuweisen — ohne das Geheimnis zu widerrufen oder zu rotieren und ohne den benannten Eigentümer um Bestätigung zu bitten. Am 30. September 2026 erhielt Docker einen Schwachstellenbericht, bestätigte das Problem und brachte in weniger als vier Stunden einen Fix in die Produktivumgebung.
Hinweise auf eine Ausnutzung fand Docker nach eigenen Angaben nicht: Untersucht wurden 304.000 Pushes, die mit übertragenen Tokens erfolgten, zudem wurden öffentliche Images mit hohem Risiko analysiert. Betroffene Nutzer und Organisations-Eigentümer wurden am 2. Oktober benachrichtigt, die übertragenen PATs am 8. Oktober deaktiviert — ausgenommen jene, deren Eigentümer ausdrücklich um Beibehaltung gebeten hatten. Wer keine Benachrichtigung erhalten hat, soll laut Docker davon ausgehen, nicht betroffen zu sein und nichts unternehmen zu müssen.
Bei der Umwandlung in eine Organisation überträgt die Plattform PATs inzwischen nicht mehr und holt vorab die Zustimmung der Person ein, die als Organisations-Eigentümer benannt werden soll.
