Der Vorfall wurde nach Unternehmensangaben am Sonntag entdeckt. Die Filialen blieben geöffnet, mehrere IT-Systeme waren jedoch weiterhin abgeschaltet, während Fachleute das Ausmaß des Einbruchs ermitteln.

Wer hinter dem Angriff steckt und wie die Angreifer Zugang erlangten, hat TFG nicht mitgeteilt. Ebenso ist bislang nicht geklärt, ob personenbezogene oder sensible Daten abgeflossen sind. In einer über den Nachrichtendienst der Johannesburger Börse veröffentlichten Mitteilung an Investoren erklärte das Unternehmen, den Vorfall den zuständigen britischen Behörden gemeldet zu haben und bei der Untersuchung mit Cybersicherheitsspezialisten zusammenzuarbeiten. Sollte sich herausstellen, dass sensible Informationen kompromittiert wurden, würden betroffene Kunden oder Organisationen benachrichtigt.

Die beiden weiteren britischen Marken des Konzerns, Inside Story und White Stuff, sind nach Angaben von TFG nicht betroffen. Auch die Geschäftsbereiche in Südafrika und Australien blieben unberührt, da sie getrennte IT-Systeme nutzen.

In einer E-Mail an Kundinnen und Kunden, die in lokalen Medien wiedergegeben wurde, warnte TFG, dass Bestellungen aus dem Zeitraum des Vorfalls sich verzögern könnten, und riet davon ab, Bestellungen doppelt aufzugeben. Zahlungen würden über einen externen Dienstleister abgewickelt; es gebe keinen Anlass zur Annahme, dass Zahlungsdaten gefährdet seien. Ein Wechsel der Kontopasswörter sei derzeit nicht erforderlich.

TFG mit Sitz in Kapstadt zählt zu den größten Handelsgruppen Südafrikas und betreibt knapp 5.000 Filialen in 18 Ländern mit rund 40 Marken aus den Bereichen Mode, Beauty, Schmuck und Wohnaccessoires.

Bereits früher in diesem Jahr waren die Online-Verkäufe des Konzerns durch einen Cybervorfall bei einem „wichtigen Online-Konzessionspartner" beeinträchtigt, wie TFG in seinen Finanzergebnissen vom Juni offenlegte. Die Londoner Sparte verzeichnete einen Gewinneinbruch von mehr als 65 Prozent, wobei der Vorfall beim Partner als einer der Gründe genannt wurde. Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem aktuellen Angriff gibt es nicht.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf große Mode- und Einzelhandelsmarken ein. Anfang des Monats teilte der britische Online-Modehändler ASOS mit, Angreifer hätten durch die Vortäuschung eines vertrauenswürdigen Kontakts ein Mitarbeiterkonto kompromittiert und darüber eine unautorisierte Push-Benachrichtigung an Kunden verschickt. Im August meldeten der US-Bekleidungshersteller Levi Strauss & Co. und die niederländische Luxuskaufhauskette De Bijenkorf Sicherheitsvorfälle. Im Vorjahr hatten unter anderem Marks & Spencer, Harrods, Louis Vuitton, Mango und die Co-op Group Cyberangriffe oder Datenabflüsse offengelegt.