Laut SkyNet müssen Kunden mit langsamen Verbindungen, hohen Latenzen sowie Unterbrechungen bei Audio- und Videodiensten rechnen, während das Unternehmen an der Abwehr arbeitet. Wann der Normalbetrieb wiederhergestellt sein soll, teilte der Anbieter nicht mit.

Auch am Dienstag meldeten Kunden nach Angaben des russischen Störungsmonitors Detector404 weiterhin Verbindungsprobleme. Die Beschwerden reichten von Ausfällen des Glasfaseranschlusses über WLAN-Probleme bis zu hohen Verbindungslatenzen.

BO Team erklärte, am 14. September und am 5. Oktober die Infrastruktur von SkyNet angegriffen und dabei mehr als 15.000 Netzwerkgeräte außer Betrieb gesetzt zu haben. “Eine schnelle Wiederherstellung wird nicht möglich sein”, teilte die Gruppe am Wochenende mit. Zudem veröffentlichte sie Bildschirmfotos, die angeblich Zugriff auf interne Systeme von SkyNet belegen sollen. Das Unternehmen bestätigte weder die Angaben zu zerstörter Technik noch einen unbefugten Systemzugriff.

Die Gruppe bezeichnete die Operation als Vergeltung für russische Angriffe auf ukrainische Rechenzentren und verwies dabei auf den von Moskau in diesem Zusammenhang verwendeten Begriff “digitaler Detox”.

SkyNet ist seit 2003 aktiv und bietet in St. Petersburg Internetzugänge für Privat- und Geschäftskunden, digitales Fernsehen, Telefonie sowie Rechenzentrumsdienste an. Bereits Mitte September hatte das Unternehmen einen größeren Ausfall verzeichnet, den es auf eine technische Störung zurückführte; einige Kunden berichteten mehrere Tage lang von Verbindungsproblemen. Ob dieser Vorfall mit dem von BO Team für den 14. September reklamierten Angriff zusammenhängt, ist unklar.

BO Team, auch als Black Owl bekannt, trat Anfang 2024 in Erscheinung und beanspruchte seither Angriffe auf mehrere russische Telekommunikationsanbieter, darunter Vega-Internet, Kraft-S, SimStar und Orion Telecom. Die Gruppe arbeitete zudem bei Operationen gegen russische Organisationen mit dem ukrainischen Militärnachrichtendienst zusammen – betroffen waren unter anderem ein Drohnenzulieferer, eine föderale Zertifizierungsstelle für digitale Signaturen und ein wissenschaftliches Forschungszentrum.

Das russische IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky berichtete, BO Team habe seine Aktivitäten über störende Angriffe hinaus auf Cyberspionage und verdecktere Eindringversuche ausgeweitet. Im ersten Quartal 2026 habe die Gruppe 20 Organisationen angegriffen, mit zunehmendem Fokus auf Fertigung, Telekommunikation sowie Öl- und Gasunternehmen. Den Erstzugang verschaffe sie sich den Forschern zufolge typischerweise über gezielte Phishing-Mails mit schädlichen Anhängen; zum dauerhaften Zugriff auf kompromittierte Netze kämen Backdoors und weitere Schadsoftware zum Einsatz. Kaspersky beschreibt BO Team als unabhängiger agierend als viele andere pro-ukrainische Gruppen, mit eigenen Ressourcen und Methoden: “BO Team bleibt eine ernste und sich ständig weiterentwickelnde Bedrohung in der russischen Cyber-Bedrohungslandschaft”, so die Forscher.