In einer knappen Mitteilung erklärte das Unternehmen, man erlebe derzeit ein Sicherheitsproblem im eigenen Netzwerk: „Unsere Teams unternehmen Schritte, um das Problem zu bewerten und einzudämmen. Dazu gehört, einige Systeme offline zu nehmen, um sie zu schützen. Derzeit sind unsere Läden geöffnet und bedienen Kunden." Der Schutz der Infrastruktur im Interesse von Kunden, Mitarbeitenden und Partnern habe oberste Priorität; für entstandene Unannehmlichkeiten entschuldigte sich der Konzern.
Die Auswirkungen sind in mehreren Ländern spürbar. Beschäftigte der US-Supermarktkette Stop & Shop haben Probleme beim Zugriff auf ihre Dienstpläne und Lohnabrechnungen. In den Niederlanden konnten Kunden von Albert Heijn, Etos und Gall & Gall sowie in Belgien von Delhaize Websites, Apps und Kundenservice-Plattformen nicht nutzen. Laut einem internen Rundschreiben, das Mitarbeitende von Food Lion in den USA weitergaben, stufte das Unternehmen den Vorfall als IT-Ausfall ein und teilte mit, die Filiale sei möglicherweise nicht in der Lage, Bestellungen zusammenzustellen, bereitzustellen oder zu übergeben.
Ein Sprecher von Ahold Delhaize war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, ob sowohl Konzern- als auch Filialsysteme betroffen sind, ob die Störungen weltweit alle Standorte treffen und ob bei dem Angriff Geräte verschlüsselt wurden.
Ahold Delhaize betreibt als Großhändler und multinationaler Einzelhändler mehr als 9.400 Filialen in Europa, den USA und Indonesien, beschäftigt knapp 400.000 Menschen und bedient nach eigenen Angaben rund 60 Millionen Kunden pro Woche in Geschäften und online. Für 2024 wies der Konzern einen Nettoumsatz von über 104 Milliarden US-Dollar aus. Zum Portfolio gehören in Europa unter anderem Delhaize, Maxi, Mega Image, Albert, bol, Alfa Beta, Etos, Gall & Gall und Profi sowie in den USA Food Lion, Stop & Shop, Giant Food und Hannaford.
Es ist der zweite schwere Sicherheitsvorfall bei dem Konzern in den vergangenen Jahren: Bei einem Ransomware-Angriff im November 2024, der die US-Systeme des Unternehmens traf, wurden persönliche, finanzielle und gesundheitsbezogene Daten von mehr als 2,2 Millionen Personen entwendet. Zu dem Angriff hatte sich die Ransomware-Gruppe INC Ransom bekannt.
