Die sogenannten Money Mules wurden neben den USA auch in Deutschland, Italien, Großbritannien und Australien rekrutiert. YMCO nutzte dafür Webseiten fingierter Unternehmen, die Stellenangebote bewarben. Die Bewerber durchliefen ein scheinbar seriöses Einstellungsverfahren mit Eignungstest, Arbeitsvertrag und der Durchsicht von Unternehmensrichtlinien. Anschließend mussten sie ihre Bankdaten auf der Webseite der Scheinfirma hinterlegen; ihre Aufgabe bestehe darin, Geld auf ihren Konten entgegenzunehmen und es an legitime Firmenkonten im Ausland weiterzuleiten.

Unter Kornievs Führung wusch YMCO mindestens zehn Millionen US-Dollar für Hacker, die mit Schadsoftware in 750 US-Bankkonten eingedrungen waren. Die Beträge wurden überwiegend per Western Union oder MoneyGram nach Osteuropa überwiesen, wo sogenannte Cash-out Contractors sie entgegennahmen und gegen eine Provision an YMCO zurückführten.

Korniev wurde im Dezember vergangenen Jahres in North Carolina festgenommen, knapp neun Jahre nachdem ihn eine Grand Jury gemeinsam mit Serghei Ivanovich Tomuz angeklagt hatte. Dem moldauischen Staatsbürger wird vorgeworfen, in seinem Heimatland das Cash-out-Team geleitet und Geld für YMCO gewaschen zu haben. Das Verfahren gegen Tomuz vor dem US-Bundesgericht wurde im Mai dieses Jahres eingestellt. Er soll im Mai 2022 an einem rumänischen Grenzübergang festgenommen worden sein und sich gegen seine Auslieferung in die USA gewehrt haben.

Vier Ukrainer mit Verbindungen zu YMCO hatten sich bereits zuvor der Verschwörung zur Geldwäsche schuldig bekannt und wurden 2018 zu Haftstrafen zwischen 37 und 63 Monaten verurteilt.

Korniev bekannte sich der Geldwäsche, der Verschwörung zum Computerbetrug, der Verschwörung zum Diebstahl von Zugangsdaten sowie des schweren Identitätsdiebstahls schuldig. Ihm drohen mindestens zwei und höchstens 50 Jahre Haft.