Jonathan Spalletta, online auch als „Jspalletta" und „Cthulhon" bekannt, stellte sich am 30. März den Strafverfolgungsbehörden und wurde wegen Computerbetrugs und Geldwäsche angeklagt. Laut Gerichtsdokumenten griff er Uranium an, einen automatisierten Market Maker auf Binances BNB Chain, und entwendete knapp 53,3 Millionen US-Dollar in Kryptowährung, woraufhin das Unternehmen mangels Mitteln den Betrieb einstellen musste.
Beim ersten Einbruch am 8. April 2021 zog er rund 1,4 Millionen US-Dollar aus dem Liquiditätspool von Uranium ab. Dazu nutzte er einen Fehler im Smart-Contract-Code aus und setzte Abhebungsbefehle über null Token ab, was die Börse zur Auszahlung von Belohnungen zwang, auf die er keinen Anspruch hatte. Anschließend erpresste er die Börse: Sie musste ihm aus den gestohlenen Mitteln eine vorgetäuschte „Bug Bounty" von knapp 386.000 US-Dollar zusprechen, um den Rest zurückzuerhalten.
Drei Wochen später schlug Spalletta erneut zu und nutzte einen weiteren Programmierfehler aus: Die Transaktionsprüfung der Börse rechnete mit 1.000 statt mit 10.000. Dadurch konnte er nahezu 90 Prozent der in den Liquiditätspools gehaltenen Vermögenswerte abziehen, während er praktisch keine Token einzahlte. Dieser zweite Zugriff brachte ihm rund 53,3 Millionen US-Dollar ein – den Großteil der Bestände von Uranium – und führte zur sofortigen Abschaltung der Plattform.
Die Beute wusch Spalletta über den Krypto-Mixer Tornado Cash und mehrere dezentrale Börsen. Vom Erlös kaufte er unter anderem 18 versiegelte Packungen Alpha-Booster-Karten des Sammelkartenspiels Magic für etwa 1,5 Millionen US-Dollar, ein vollständiges Pokémon-Basisset der ersten Auflage für rund 750.000 US-Dollar, eine „Black Lotus"-Karte aus Magic: The Gathering für etwa 500.000 US-Dollar sowie eine antike römische Münze zur Erinnerung an die Ermordung Julius Cäsars für über 601.000 US-Dollar.
Im Februar 2025 beschlagnahmten Ermittler diese Sammlerstücke in seiner Wohnung und stellten zudem rund 31 Millionen US-Dollar in Kryptowährung aus Wallets sicher, die Spalletta zugeordnet werden. Der Krypto-Betrugsermittler ZachXBT hatte im Dezember 2023 erstmals mehr als 11.200 ETH, die aus Tornado Cash abgezogen worden waren und damals 25 Millionen US-Dollar wert waren, mit dem Uranium-Hacker in Verbindung gebracht.
US-Staatsanwältin Jamie McDonald erklärte am Mittwoch, Spalletta habe mit der Aussage „Krypto ist ohnehin nur falsches Internetgeld" seine gefährlich fehlgeleitete Gleichgültigkeit gegenüber seinen Opfern gezeigt; diese Worte könnten nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Seine Taten hätten echte Menschen echtes Geld gekostet – über 50 Millionen US-Dollar – und eine ganze Krypto-Plattform zum Einsturz gebracht.
Spalletta drohen nun bis zu zehn Jahre Haft wegen Computerbetrugs und bis zu 20 Jahre wegen Geldwäsche.
