Ajay Shinjin, auch bekannt als AJ Marley Cruz, hatte sich im September schuldig bekannt – wegen Verabredung zum Betrug durch falsche Angaben sowie wegen des Transfers kriminell erlangten Vermögens.

Die Taten fanden im November 2021 statt. Die Täter brachten Telefonnummern ihrer Opfer unter ihre Kontrolle, indem sie die Nummern auf von ihnen kontrollierte SIM-Karten übertragen ließen. So fingen sie per SMS versandte Einmalcodes ab, umgingen die Kontoschutzmechanismen und erlangten Zugriff auf Bankkonten und Krypto-Wallets.

Aufgefallen war die Sache dem Telekommunikationsunternehmen BT: Es stellte unbefugte Aktivitäten in seinen Systemen fest und entdeckte, dass Rufnummern von Kunden auf SIM-Karten unter krimineller Kontrolle übertragen worden waren. Die Ermittler verfolgten diese Aktivitäten zu mehreren Geräten, die elektronische SIM-Karten (eSIM) nutzen können. Von BT bereitgestellte Daten halfen der Polizei, mehrere Verdächtige zu identifizieren, darunter Shinjin, der mit vier der genutzten Geräte in Verbindung gebracht wurde.

Die Polizei ermittelte vier Geschädigte, deren Krypto-Konten in der ersten Novemberwoche 2021 kompromittiert wurden:

  • Ein Opfer verlor Kryptowährung im Wert von rund 40.000 Pfund (58.000 US-Dollar); etwa 27.000 Pfund (35.000 US-Dollar) davon wurden auf Shinjins persönliches Krypto-Konto transferiert.
  • Einem zweiten Opfer wurden rund 17.000 Pfund (22.000 US-Dollar) entwendet. Die Ermittler verfolgten den gesamten Betrag später zu Shinjins Krypto-Wallet.
  • Ein drittes Opfer verlor etwa 8.000 Pfund (10.000 US-Dollar) aus einem Coinbase-Konto.
  • Einem vierten Opfer wurden Kryptowerte im Umfang von rund 130.000 Pfund (172.000 US-Dollar) gestohlen.

Bei den beiden letztgenannten Taten habe Shinjin unterstützt, die Beute sei jedoch anderswohin transferiert worden, so die Polizei.

Shinjin war 2021 zunächst in seiner Londoner Wohnung festgenommen worden. Nachdem weitere Beweismittel aufgetaucht waren, wurde er im Oktober 2023 am Flughafen Heathrow erneut festgenommen, als er aus Dubai zurückkehrte. Bei den polizeilichen Vernehmungen verweigerte er die Aussage.

Detective Constable Simon Ardeman von der City of London Police bezeichnete das Vorgehen als „einen komplexen und kalkulierten Betrug, der einer Reihe von Opfern erheblichen finanziellen Schaden zugefügt hat". SIM-Swap-Betrug sei „eine ausgefeilte und zunehmend besorgniserregende Form der Kriminalität". Die Verurteilung zeige, dass Kriminelle, die Technik für Finanzbetrug ausnutzten, zur Verantwortung gezogen würden: „Diese Verurteilung sendet eine klare Botschaft: Wer Technologie nutzt, um Betrug zu begehen, wird vor Gericht gestellt."