Nach den Gerichtsunterlagen lud Smith mit Unterstützung des Geschäftsführers eines KI-Musikunternehmens und eines nicht namentlich genannten Musikpromoters Hunderttausende KI-generierte Songs auf die Streaming-Plattformen hoch, die er von einem Komplizen gekauft hatte. Automatisierte Bots spielten die Titel milliardenfach ab. Um die Betrugserkennung der Plattformen zu umgehen, ließ er die Bots über virtuelle private Netzwerke (VPNs) auf die Dienste zugreifen.
Auf dem Höhepunkt des Systems nutzte Smith mehr als 1.000 Bot-Konten. Am 20. Oktober 2017 schickte er sich selbst eine Aufstellung, aus der hervorging, dass er 52 Cloud-Dienstkonten mit jeweils 20 Bot-Konten betrieb. Nach seinen damaligen Schätzungen konnte jeder Bot rund 636 Songs pro Tag abspielen, insgesamt also etwa 661.440 Streams täglich. Bei einem durchschnittlichen Tantiemensatz von einem halben Cent pro Stream ergaben sich Tageseinnahmen von 3.307,20 US-Dollar, 99.216 US-Dollar im Monat und mehr als 1,2 Millionen US-Dollar im Jahr.
Ein Jahr später, am 4. Oktober 2018, schrieb Smith seinen Komplizen per E-Mail, man brauche “eine RIESIGE Menge Songs, und zwar schnell, damit das mit den Anti-Betrugs-Richtlinien funktioniert, die diese Leute inzwischen alle einsetzen”. Nötig sei “eine RIESIGE Menge Material mit jeweils kleinen Stream-Zahlen”, um keine Probleme “mit den zuständigen Stellen” zu bekommen.
“Indem er Musik-Streaming-Plattformen mit automatisierten Bots anstelle von Hörern und mit künstlichen Songs anstelle von Kreativität überflutet hat, hat Smith echten Künstlern und ihren Fans Millionen an Tantiemenzahlungen gestohlen”, erklärte US-Staatsanwalt Jamie McDonald.
Das US-Justizministerium verdeutlichte die Größenordnung mit einem Vergleich: Im April 2023 erhielt der gesamte Katalog von Taylor Swift 9,3 Millionen Streams auf YouTube Music über Familientarife, während Smiths Bot-Konten im selben Monat über Familientarife seine KI-generierte Musik 80,9 Millionen Mal betrügerisch streamten.
In einer E-Mail vom Februar 2024 prahlte Smith gegenüber Komplizen damit, die Songs hätten “seit 2019 über 4 Milliarden Streams und 12 Millionen Dollar an Tantiemen” eingebracht.
Zusätzlich zur Haftstrafe in einem Bundesgefängnis muss Smith 8.091.843,64 US-Dollar einziehen lassen. Außerdem wurden zwei Jahre Führungsaufsicht nach der Haftentlassung angeordnet.
