Laut einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens wurde Ende Juli auf das Google-Workspace-Konto eines Mitarbeiters zugegriffen. Nikkei bemerkte den Vorfall Anfang August nach einem Hinweis von Google und änderte daraufhin das Passwort des Kontos. Betroffen sein könnten Namen und E-Mail-Adressen von 1.646 Personen; Daten von Lesern oder Interviewpartnern seien nach Unternehmensangaben nicht darunter.

Im September verschafften sich Angreifer zudem Zugang zum Microsoft-365-Konto eines weiteren Mitarbeiters. “Am 30. September wurden E-Mails mit Links zu bösartigen Webseiten an interne Mitarbeiter sowie an Interviewpartner verschickt, mit denen mehrere Beschäftigte in Kontakt standen”, teilte der Konzern mit. “Unser Unternehmen hat die Passwörter geändert, und seither wurden keine unbefugten Anmeldungen festgestellt. Wir haben die Empfänger einzeln kontaktiert und sie gebeten, die E-Mails zu löschen.”

Nikkei warnte die Betroffenen außerdem davor, dass in neuen Phishing-Versuchen E-Mails auftauchen könnten, die sich als Nachrichten des Konzerns oder seiner Tochtergesellschaften ausgeben. Eine Zuordnung zu einer bestimmten Tätergruppe nahm das Unternehmen bislang nicht vor; auch ob die beiden Vorfälle zusammenhängen, ließ es offen.

Es sind die jüngsten einer Reihe von Sicherheitsvorfällen, die Nikkei in den vergangenen Jahren offengelegt hat. Im vergangenen Jahr machte der Konzern publik, dass seine Slack-Plattform kompromittiert worden war, wovon mehr als 17.000 Beschäftigte und Geschäftspartner betroffen waren. Im Mai 2022 traf ein Ransomware-Angriff die Singapur-Tochter; betroffen war ein Server, der “wahrscheinlich” Kundendaten enthielt. Ende September 2019 verlor Nikkei rund 29 Millionen US-Dollar durch einen BEC-Angriff (Business Email Compromise), der auf einen Mitarbeiter von Nikkei America zielte.

Nikkei gehören die Financial Times sowie The Nikkei, die weltweit auflagenstärkste Wirtschaftszeitung. Der Konzern kontrolliert mehr als 40 verbundene Unternehmen aus den Bereichen Verlagswesen, Rundfunk, Veranstaltungen, Datenbankdienste und Indexgeschäft, unterhält 37 Auslandsredaktionen mit über 1.500 Journalisten und zählt mehr als 3,7 Millionen zahlende Digital-Abonnements.